Wer die Artenvielfalt im eigenen Garten fördern möchte, sollte unbedingt ein Insektenhotel bauen. Diese künstlichen Nisthilfen bieten Wildbienen, Florfliegen und anderen Nützlingen einen sicheren Unterschlupf und Nistplatz. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es bei der Konstruktion und den Materialien wirklich ankommt.
Warum lohnt es sich, ein Insektenhotel zu bauen?
In unserer aufgeräumten Kulturlandschaft finden Insekten immer weniger natürliche Rückzugsorte wie Totholzhecken oder Lehmwände. Wenn Sie ein Insektenhotel bauen, unterstützen Sie aktiv das ökologische Gleichgewicht. Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Bestäubung: Wildbienen und Mauerbienen bestäuben Ihre Obstbäume und Blumen oft effizienter als Honigbienen.
- Schädlingsbekämpfung: Bewohner wie Marienkäfer und Florfliegen vertilgen große Mengen an Blattläusen.
- Beobachtung: Es ist faszinierend, das Treiben der Insekten zu beobachten – ein tolles Erlebnis auch für Kinder.
Die richtigen Materialien für das Insektenhotel
Der Erfolg Ihres Projekts steht und fällt mit der Wahl der Materialien. Viele kommerziell erhältliche Hotels sind leider oft ungeeignet. Wenn Sie selbst ein Insektenhotel bauen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
Geeignete Materialien
- Hartholz: Eiche, Buche oder Esche sind ideal. Bohren Sie Löcher (2 bis 9 mm) quer zur Faser in das Holz.
- Hohle Stängel: Bambus, Schilf oder Markstängel von Brombeeren werden von Wildbienen geliebt. Die Kanten müssen unbedingt glatt geschliffen sein, um die Flügel der Insekten nicht zu verletzen.
- Lehmsteine: Spezielle Mischungen aus Lehm und Sand bieten Grabwespen ein Zuhause.
Ungeeignete Materialien
Verzichten Sie auf Tannenzapfen, Stroh oder Lochziegel mit riesigen Öffnungen. Diese werden von den meisten Zielinsekten nicht besiedelt und dienen höchstens Ohrenkneifern als Versteck, die jedoch auch die Brut der Bienen fressen können.
Anleitung: Schritt für Schritt ein Insektenhotel bauen
Der Bau ist ein hervorragendes Wochenendprojekt. Hier ist eine grundlegende Vorgehensweise:
- Das Gehäuse: Bauen Sie einen stabilen Rahmen aus Holz, idealerweise mit einer Rückwand und einem überstehenden Dach, um die Niströhren vor Regen zu schützen. Das Holz sollte unbehandelt sein.
- Die Füllung vorbereiten: Schneiden Sie Bambusrohre auf die Länge der Gehäusetiefe zu. Bohren Sie saubere Löcher in Hartholzblöcke. Achten Sie darauf, dass die Bohrungen nicht durchgehen (Sacklöcher).
- Befüllen: Stapeln Sie die Röhren und Holzblöcke fest in den Rahmen. Nichts darf wackeln oder herausfallen.
- Drahtgeflecht: Spannen Sie zum Schluss einen Kaninchendraht vor die Front. Dies verhindert, dass Vögel (wie Spechte) das Insektenhotel plündern.
Der optimale Standort
Nachdem Sie das Insektenhotel bauen konnten, ist der Standort entscheidend für die Besiedlung.
- Ausrichtung: Richten Sie die offene Seite nach Südosten oder Süden aus. Insekten lieben Wärme und Sonne, da diese für ihre Brutentwicklung essenziell ist.
- Witterungsschutz: Der Platz sollte vor Wind und direktem Schlagregen geschützt sein.
- Nahrungsangebot: Stellen Sie das Hotel in der Nähe von nektarreichen Pflanzen, Kräutern und heimischen Wildblumen auf. Ein Hotel ohne "Restaurant" in der Nähe bleibt oft leer.
- Höhe: Bringen Sie das Hotel mindestens 50 cm über dem Boden an, um Bodenfeuchtigkeit und Spritzwasser zu vermeiden.
Pflege und Wartung
Ein Insektenhotel ist relativ pflegeleicht. Sie müssen es im Winter nicht ins Haus holen – im Gegenteil: Die Larven benötigen den Kältereiz und würden im warmen Haus zu früh schlüpfen. Kontrollieren Sie das Hotel einmal jährlich auf Beschädigungen und reinigen Sie es vorsichtig, falls Spinnweben die Eingänge blockieren. Lassen Sie alte Niströhren jedoch in Ruhe, da hier oft noch Leben schlummert.