Investitionen in Photovoltaikanlagen sind langfristig angelegt. Umso wichtiger ist es, zu wissen, was passiert, wenn Komponenten ausfallen. Unsere Analyse zum Thema Garantiefälle: Erfahrungen mit Herstellern zeigt, dass es gewaltige Unterschiede in der Servicequalität gibt. Nicht immer hält das Marketingversprechen der Realität stand.
Arten der Garantie bei PV-Anlagen
Bevor wir tief in die Garantiefälle: Erfahrungen mit Herstellern eintauchen, muss zwischen zwei Hauptarten unterschieden werden:
- Produktgarantie: Diese deckt Material- und Verarbeitungsfehler ab. Bei Wechselrichtern sind dies oft 5 bis 10 Jahre, bei Modulen mittlerweile oft 15 bis 25 Jahre.
- Leistungsgarantie: Hier garantiert der Hersteller, dass die Module nach einer bestimmten Zeit (z. B. 25 Jahren) noch eine gewisse Restleistung (z. B. 80 %) erbringen.
"Die Leistungsgarantie ist oft schwer durchzusetzen, da der Nachweis der glasklaren Degradation unter Laborbedingungen erbracht werden muss."
Wechselrichter: Die Achillesferse
Statistisch gesehen sind Wechselrichter die Komponenten, die am häufigsten ausgetauscht werden müssen. Unsere Auswertung von Garantiefälle: Erfahrungen mit Herstellern wie SMA, Fronius oder Huawei zeigt ein gemischtes Bild.
- Positive Erfahrungen: Europäische Hersteller bieten oft einen schnellen Austauschservice (Vorab-Austausch), bei dem das Ersatzgerät geliefert wird, bevor das defekte eingeschickt werden muss.
- Herausforderungen: Bei asiatischen Herstellern kann die Kommunikation länger dauern, und die RMA-Prozesse (Return Merchandise Authorization) sind oft bürokratischer, obwohl sich die Qualität in den letzten Jahren massiv verbessert hat.
Solarmodule: Wenn Glas und Folie versagen
Bei Solarmodulen sind echte Defekte seltener, aber gravierender. Delamination (Ablösen der Folien), Hotspots oder Glasbruch ohne Fremdeinwirkung sind typische Szenarien.
Betrachtet man Garantiefälle: Erfahrungen mit Herstellern im Modulbereich, fällt auf, dass Premium-Hersteller (wie SunPower oder Meyer Burger) oft kulanter reagieren und teilweise sogar die Deinstallations- und Installationskosten übernehmen. Bei günstigen No-Name-Modulen bleiben diese Kosten oft am Betreiber hängen, was den wirtschaftlichen Schaden vergrößert.
Wichtige Schritte im Garantiefall
Um Ansprüche erfolgreich durchzusetzen, sollten Anlagenbetreiber folgende Punkte beachten:
- Dokumentation: Bewahren Sie alle Seriennummern und Flash-Listen der Module auf.
- Fehlerprotokoll: Fotos des Schadens und Screenshots aus dem Monitoring-Portal sind essenziell.
- Fachpartner: Melden Sie den Schaden über Ihren Installateur. Hersteller reagieren auf Fachfirmen oft schneller als auf Endkunden.
Die Garantiefälle: Erfahrungen mit Herstellern lehren uns, dass der billigste Anschaffungspreis nicht immer die günstigste Lösung auf 20 Jahre ist. Ein solider Hersteller mit greifbarem Service in Europa ist im Ernstfall Gold wert.